veröffentlicht am 15. Oktober 2018 in Fair Trade Blog von Christian

Fairer Handel und dessen Siegelzeichen leicht erklärt!

Fairer Handel ist ein Begriff, der vielen Menschen bekannt ist. Doch was steckt im Detail dahinter? Wo hat fairer Handel seine Ursprünge? Seit wann gibt es fairen Handel? Hat fairer Handel Geschichte? Und wenn ja, welche?

Entstehung fairer Handel: Fairer Handel als Konzept entstand gleichzeitig an mehreren Orten auf der Welt. Diese waren die Beneluxländer, die USA und Großbritannien. Und entstand auch fairer Handel in Deutschland? Ja! Fairer Handel in Deutschland entstand aus Protestaktionen gegen die wachsende Ungerechtigkeit im Welthandel.

Überwiegend konfessionelle Jugendverbände starteten 1970 in vielen Städten Hungermärsche. Über 30000 Teilnehmer wurden für den fairen Handel mobilisiert. Eine beachtliche Fair Handels Bewegung stand am Anfang. Entwicklung fairer Handel: Und wie heißen nun Fairer Handel Organisationen? Und wann haben sie sich gegründet?

Für eine erleichterte Wareneinfuhr gründete sich anfangs der 70er das Unternehmen GLOBO – Fair Trade Partner. Im gleichen Jahr entstand aus der niederländischen Stiftung S.O.S. die Gesellschaft für Handel mit der Dritten Welt.

Dabei beteiligte Fairer Handel Organisationen waren Aktion Dritte Welt Handel, Weltladen-Dachverband, Kirchlicher Entwicklungsdienst und Misereor. Seither sind zwei Worte, Misereor Fairer Handel, untrennbar miteinander verknüpft. Aus dem Verein El Puente entstand eine Importorganisation.

Mitte der 80er nahm der Verein BanaFair seinen Bananenimport aus Lateinamerika auf. 1988 gründeten mehrere Weltläden aus Oberschwaben die dritte-welt partner GmbH (heute: WeltPartner). Anfang der 90er entstand durch mehrere Nichtregierungsorganisationen der Verein TransFair.

Und gibt es heutzutage denn auch Botschafter für den fairen Handel? Ja, da gibt es einige. Eine Person haben wir Euch in einem Beitrag schon vorgestellt und zwar Felix von der Laden. Felix Reisen für den fairen Handel sind nicht nur informativ, sondern auch total spannend und unterhaltsam.

Fairer Handel steht aber auch in der Kritik. So hat ARTE im August 2013 die Dokumentation “Fairer Handel auf dem Prüfstand” ausgestrahlt. Behandelt werden die politischen Anfänge bis hin zur Kommerzialisierung. Und wenn man von einem Weltladen hört, dann weiß man, dass es sich um einen Fairer Handel Weltladen handelt. Denn der Fair-Handels-Anteil der Produkte dort ist wesentlich höher als im Supermarkt. Erzeuger erhalten faire Preise. Außerdem gibt es Prämien für Bildung und Gesundheit. Die Arbeiter der Erzeuger haben festgelegte Löhne und Rechte.

 

Was ist fairer Handel?

Du stellst dir die Frage: Was ist fairer Handel? Dabei hilft es zunächst sich die Fairer Handel Definition anzusehen.

2001 einigte sich der informelle Arbeitskreis FINE (zusammengesetzt aus den internationalen Dach- und Fachorganisationen des fairen Handels FLO, IFAT, News! und EFTA) auf folgende Definition des Fairen Handels:

Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzenten und Arbeiter – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung.

Fairhandelsorganisationen (die von Verbrauchern unterstützt werden) sind aktiv damit beschäftigt, die Hersteller zu unterstützen, das Bewusstsein zu steigern und für Veränderungen bei den Regeln und dem Ausüben des konventionellen internationalen Handels zu kämpfen. Die strategische Absicht des fairen Handels besteht aus folgenden Punkten:

  • Gezielt mit Herstellern und Arbeitern zusammenarbeiten, die an den Rand gedrängt wurden, um sie von einer sehr schwachen Position zu Sicherheit und Autarkie zu bewegen
  • Hersteller und Arbeiter als Teilhaber innerhalb ihrer eigenen Organisationen stärken
  • sich aktiv darum zu bemühen, eine größere Rolle in der globalen Arena zu spielen, um mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel zu erreichen.

Eine vertiefende Erörterung fairer Handel führt zu 16 guten und logischen Gründen für fairen Handel.

  1. Faire Löhne für Arbeit
  2. Sozialprämien
  3. Menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen
  4. Keine ausbeuterische Kinderarbeit
  5. Keine Zwangsarbeit
  6. Spitzen-Qualität
  7. Umweltschutz und Ökologie
  8. Stärkung von Kleinbauern
  9. Keine Gentechnik
  10. Biologischer Anbau
  11. Fairer Handel als Hilfe zur Selbsthilfe
  12. Keine Spenden
  13. Lückenlose Kontrolle des Warenflusses
  14. Ursprungsgarantie der Produkte
  15. Viele Betriebe, Unternehmen und Institutionen profitieren vom positiven Image vom Fairen Handel
  16. Nachhaltige Methode der Armutsbekämpfung in den Entwicklungsländern.

Fairer Handel mit Entwicklungsländern führte in Deutschland im Jahr 2012 bereits zu einem Umsatz von fair gehandelten Produkten von 500 Millionen Euro.

Besonders rasant war die Entwicklung bei fair gehandelten Blumen, Bananen und Kaffee. Trotz des hohen Absatzes seien die Waren jedoch immer noch Nischenprodukte.

Um den Stand der fair gehandelten Produkte weiter zu stärken, gilt es die 8 Ziele fairer Handel weiter zu verfolgen.

  1. Bessere Bedingungen für Kleinbauern und Arbeitskräfte als dauerhaftes Ziel
  2. Beratungen der Arbeiter und der Kunden ausbauen und fördern
  3. Förderprogramme durchführen
  4. Erschließung neuer Absatzmärkte für fair gehandelte Produkte
  5. Politische Entscheidungen beeinflussen
  6. Aufbau eines starken internationalen Systems
  7. Vernetzung der Fairer Handel Community
  8. Kommunikation fördern

Und eines ist sicher. Fairer Handel wirkt. Zahlreiche Studien von unabhängigen Instituten belegen die Vorteile des fairen Handels. Die 6 wichtigsten Erkenntnisse lauten.

  • Verbesserte Einkommenssituation
  • Finanzielle Stabilität für Kleinbauernfamilien
  • Selbstbestimmung und Übernahme von Verantwortung durch Stärkung der Organisation
  • Geregelte Arbeitsbedingungen
  • Verbesserter Gesundheitsschutz für Arbeiter
  • Schutz der natürlichen Ressourcen und Förderung der Bio-Landwirtschaft

Fairer Handel Siegel – eine kleine Übersicht

Bei Fairer Handel Siegel möchten wir euch im nachfolgenden eine Fairer Handel Siegel Übersicht geben. Diese sollte Dir dabei helfen, die fairer Handel Logos leicht zu erkennen. So kannst Du deine Einkäufe gerechter gestallten und Natur und Mensch dabei schützen. Wie alle Fans der fairtrade Produkte möchten wir Dir eine Alternative geben, die dir das gerechte Einkaufen ermöglicht und Natur und Mensch weltweit schützt.

Continental Clothing Company / Earth Positive

Seit 1994 entwickelt, produziert und verkauft Continental unbedrückte T-Shirts und Jacken an diversen Handelskunden. Das fairer Handel Logo von Continental ist nicht so bekannt in Deutschland, aber das faires Siegel Earth Positiv ist dagegen eher bekannter. Das Unternehmen verfolgt eine hervorragende Vision, nämlich eine komplett kohlenstoffarme Arbeits-,Promo-, und Freizeitbekleidungsindustrie zu ermöglichen. Darüber hinaus setzt sich diese stark dafür ein, andere Unternehmen zu einem positiv Wandel im Bezug auf Geschäftsethik und Umweltschutz zu bewegen

 

Soziales

  • Mitglied der FWF (Fair Wear Foundation)

Ökologie

  • Alle Biobaumwollprodukte werden gemäß GOTS zertifiziert
  • Zertifiziert durch das Carbon Trust Footprint Label

Glaubwürdigkeit

  • Offenlegung der Unternehmensdaten im Rahmen einer Prüfung des Führungsmanagements
  • Kurze Infos über die Nachhaltigkeit sind auf den jeweiligen Produkten vorhanden und ausführlich auf der Homepage beschrieben

 

 

Hessnatur

Hessnatur wurde Mitte der 70er gegründet. Hessnatur ist ein deutsches Versandhaus für Naturtextilien mit firmeneigenem Label. Durch das unabhängige Institut für Marktökologie IMO ist Hessnatur berechtigt GOTS-zertifizierte Produkte in den Handel zu bringen. GOTS steht für Global Organic Textile Standard.

Das Unternehmen ist darüberhinaus Mitglied der Fair Wear Foundation FWF. Hessnatur hat den dort geltenden Arbeitsverhaltenskodex übernommen.

Hessnatur hat ein Managementsystem für Ökologie und Qualität sowie ein Managementsystem für die Sicherung von Sozialstandards. Zusätzlich hat das Unternehmen die hessnatur-Richtlinie für ökologische Standards und den Verhaltenskodex für Sozialstandards bei sich eingerichtet.

 

Soziales

  • siehe FWF Fair Wear Foundation

Ökologie

  • Die hessnatur-Richtlinie deckt die im GOTS-Standard definierten Anforderung ab. Alle Produkte erfüllen mindestens die Kriterien des GOTS.
  • Teilweise geht die hessnatur-Richtlinie über den GOTS hinaus.
  • GOTS zertifizierte Produkte machen 30% bis 40% des gesamten Sortiments aus, je nach Saison und Geschäftsjahr
  • Bio-Baumwolle hat einen Mindestanteil von 100%

Glaubwürdigkeit

  • Der Organisationsaufbau ist öffentlich zugänglich
  • Mitarbeiter kontrollieren die Einhaltung der Richtlinie und des Verhaltenskodexes
  • Ein unabhängiges Prüfinstitut kontrolliert einmal im Jahr nach GOTS zertifizierte Betriebe
  • Unabhängige Parteien wie die FWF kontrollieren Sozialstandards mindestens alle 3 Jahre
  • Mindestens 90% des Einkaufsvolumens müssen nach den Kriterien der FWF von kontrollierten Betrieben oder Betrieben stammen, die in Niedrig-Risiko-Ländern produzieren.
  • Auf jedem Kleidungsstück ist eine Kennzeichnung, auf der GOTS und eine Mitgliedschaft bei der FWF erklärt wird
  • Über einen Produktpass kann der Kunde die Herkunft des Endprodukts nachvollziehen, alle wichtigen Informationen zu den Schritten in der Produktionskette sind dort einsehbar

 

Alnatura

Das Unternehmen wurde 1984 in Fulda gegründet und ist ein fairer Handel Logo und fairer Handel Siegel. Seit 1985 besteht der Name Alnatura. Aktueller Sitz der Alnatura Produktions- und Handels-GmbH ist Bickenbach. Sie verkauft unter der Eigenmarke Alnatura Textilien und Lebensmittel.

Die Produkte sind in Alnatura-Biosupermärkten und Drogerieketten und Einzelhandelsketten erhältlich. Seit 2015 gibt es die Produkte auch bei Edeka. Das Sortiment umfasst mittlerweile über 1200 Artikel von etwa 140 Herstellerpartnern.

Alnatura stellt nur ökologische Lebensmittel her. Dabei sind mindestens die EU-Kriterien für Bio-Lebensmittel zu erfüllen. Meist werden diese übertroffen. Ersichtlich ist dies am abgedruckten Logo eines Bio-Anbauverbands wie Demeter, Bioland oder Naturland.

Soziales

  • Einhaltung der ILO-Kern-Arbeitsnormen
  • Keine Förderung des Rechts auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen
  • Keine weiteren sozialen Kriterien

Ökologie

  • Sämtliche Produkte erfüllen mindestens die Anforderungen des EU-Bio-Siegels
  • Etwa 70% der Hersteller sind Mitglied eines Bio-Anbauverbandes mit höheren Standards wie Demeter oder Bioland

Glaubwürdigkeit

  • Organisationsaufbau ist öffentlich einsehbar
  • Kontrollen erfolgen mindestens einmal jährlich durch staatlich anerkannte unabhängige Dritte
  • Zusätzlich erfolgen unangekündigte Kontrollen
  • Der Nachhaltigkeitsbericht wurde unter Bezugnahme auf die GRI-Leitlinien erstellt
  • Die Produktkenntzeichnung beinhaltet Auskunft über den letzten Erzeuger, Verarbeiter oder Händler und über die Codenummer der zuständigen Öko-Kontrollstelle.

 

Das Forum fairer Handel – Was ist das?

Das Forum Fairer Handel, auch im Netz unter dem Namen Forum Fairer Handel de bekannt, ist der Verband des fairen Handels in Deutschland.

Ziele sind die Schärfung des Profils des Fairen Handels, eine Durchsetzung der gemeinsamen Forderungen gegenüber Handel und Politik sowie eine Erreichung der stärkeren Ausweitung des Fairen Handels. Das Forum Fairer Handel de sieht sich als politische Stimme der Fair-Handels-Bewegung in Deutschland.

Forum Fairer Handel fördert gerechte Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Handel. Dieses richtet einmal jährlich in Zusammenarbeit mit seinen Kooperationspartnern die Faire Woche aus. Es handelt sich dabei um die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland.

Faire Online Shops

Faire Online Shops sind die Vertriebskanäle an umwelt- und sozialbewusste Endverbraucher. Beispiele für Faire Online Shops sind Hessnatur, Avocadostore, Peppermynta, Laguna, Memolife und WeltPartner. Der Shop von Gepa fairer Handel zählt ebenfalls dazu. Das faire Angebot reicht von Essen und Genuß über Wohnen und Dekoration bis hin zu Faire Kleidung und Accessoires.

Die Organisation stellt in seinem Fairer Online Shop regelmäßig Neuheiten und günstige Angebote vor. Gerade bei seiner Sektion Fairer Handel Lebensmittel beweist die Fair Handel Organisation, dass der Online Vertrieb von fair produzierte Lebensmittel bereits Realität und zukunftsweisend ist.

* Preis wurde zuletzt am 20. April 2019 um 1:48 Uhr aktualisiert

* Preis wurde zuletzt am 20. April 2019 um 19:06 Uhr aktualisiert

* Preis wurde zuletzt am 21. April 2019 um 13:09 Uhr aktualisiert

* Preis wurde zuletzt am 21. Juni 2019 um 21:39 Uhr aktualisiert

Fairer Handel Produkte

Fairer Handel Produkte sind qualitativ hochwertig und gerecht produziert. Fair gehandelte Produkte sind erstklassig, top und die bessere Wahl. Produkte aus fairem Handel sind zwar noch nicht so verbreitet, aber deren Konzept ist das richtige Handelskonzept. Denke einfach nur an fair gehandelte Kleidung, an denen kein Blut von Kinderhänden klebt oder keine Flüsse verfärbt werden. Nicht nur Kleidung wird fair gestellt. Es gibt schon eine breite Auswahl von Non-Food Produkten aus dem fairem Handel.

Oft wird in Fairer Handel Kakao eingesetzt, von dem Arbeiter und Gemeinden ihren Kindern ein besseres Leben geben können. Wenn du Fairer Handel Schokolade in deinem Einkaufswagen unterstützt, dann freuen sich sowohl Produzenten wie auch Konsumenten gleichermaßen. Der Fairer Handel Kaffee gehört zum Kuchen an jeden Tisch. Denn wir genießen gerne und viel Kaffee und dabei sollten wir Menschen und Umwelt schützen.

 


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