veröffentlicht am 22. August 2019 in Fair Trade Blog von Sarah

Kinderarbeit stoppen mit fairem Handel

Wer liebt keine Kinder? Die sind unschuldig, lustig und erfüllen unser Leben mit viel Freude und Zärtlichkeit. Doch ein Teil dieser leidet unter unterschiedlichen Arten von körperlichen oder seelischen Missbrauch. Die Un Kinderrechtskonvention regelt die Rechte der Kinder weltweit. Darin ist das Verbot von Kinderarbeit fest verankert.

Doch arbeitende Kinder und Jugendlicher in Entwicklungsländern sind keine Seltenheit. Da wir der Meinung sind, dass Kinder in der Schule gehören, möchten wir mit der Hilfe dieses Beitrages kurz auf die Thema Kinderarbeit eingehen und wie wir der Kinderausbeutung entgegenwirken können.

Was ist Kinderarbeit?

Was versteht man unter Kinderarbeit? Die Kinderarbeit Definition ist ganz klar. Es handelt sich bei der Kinder-Beschäftigung um Arbeit, welche Kinder ihrer Kindheit raubt. Außerdem ihrer Würde und ihrem Potential. Darüber hinaus schädigt sie ihre physische und psychische Entwicklung. Arbeit stuft man als ausbeuterische Kinderarbeit ein, wenn sie die Schulbildung beeinflusst. Oder wenn sie moralisch, sozial gefährlich und schädlich für Kinder ist.

Schule und Bildung werden unmöglich gemacht

Des Weiteren enthält Kinder-Beschäftigung Kindern die Möglichkeit vor, in die Schule zu gehen. Oder sie zwingt Kinder dazu, die Schule zu verlassen. Oft wird von Kindern verlangt, den Schulbesuch mit zu langen Arbeitszeiten und schwerer Arbeit verbinden zu müssen.

Was ist die schlimmste Art der Kinderarbeit?

Und was ist Kinderarbeit in der schrecklichsten Form? Die verwerflichsten Formen von Kinderarbeit sind laut Artikel 3 des IAO-Übereinkommens Nr. 182 folgende. Findest Du folgende Beispiele nicht auch unglaublich?

Beispiele sind Kinderprostitution, Sklaverei, Illegale Aktivitäten wie Drogenhandel. Oder auch für die Gesundheit, Sicherheit und Sittlichkeit von Kindern gefährliche Arbeit.

Welche sind die Ursachen dafür?

Warum arbeiten Kinder? Sicherlich fragst Du Dich nach Ursachen für so eine Tätigkeit. Die Antwort ist zunächst schlicht und ergreifend Armut. Umgekehrt ist jedoch auch Kinderarbeit eine Ursache für Armut. Kinder, die von klein auf arbeiten und niemals die Schule besuchen, haben keine Chance auf ein besseres Leben. Folgende soziale, politische und wirtschaftliche Faktoren verantworten Kinderarbeit und Armut.

6 Ursachen für Kinderarbeit

  • Erstens lässt man Bildungssysteme außer Acht. Die Kinder erreichen Schulen schwer. Und dazu sind die meisten Schulen schlecht ausgestattet. Lehrermangel oder schlecht ausgebildete Lehrer machen Bildung unmöglich. Schulgebühren oder Kosten für Bücher oder Schuluniformen erlauben den armen Kindern keinen Schulbesuch.
  • Zweitens können keine sozialen Sicherungssysteme wie Arbeitslosenversicherung vorhanden sein. Dann müssen Kinder die Schule abbrechen und schuften, wenn die Eltern arbeitslos geworden sind. Die erniedrigende Rolle von Frauen, Mädchen und sogenannten Randgruppen als weitere Ursachen!
  • Drittens werden Frauen und Mädchen als minderwertig angesehen. Folglich wird ein Schulbesuch eines Mädchens als unnötig angesehen. Sie werden als Arbeitskraft ohne Rechte gesehen.
  • Viertens werden in noch vielen Gesellschaften gewisse soziale Gruppen ihrer Rechte beraubt und diskriminiert. Kinder aus armen Familien, Migranten-Kinder und Flüchtlingskinder. Oder Ureinwohner, ethnische oder religiöse Gruppen zählen hierzu.
  • Fünftens nehmen Pandemien wie HIV und AIDS zu. Die Eltern erkranken und sterben. Staatliche oder private Hilfe ist nicht vorhanden. Oder nicht ausreichend vorhanden. Kinder müssen sich im Leben plötzlich alleine zurecht finden. Pandemien und Korruption bringen das Fass zum Überlaufen!
  • Sechstens sind Behörden und Polizei schwach oder korrupt. Sie könnten sogar selbst von Ausübung einer Kinder-Beschäftigung profitieren. Arbeitslosigkeit der Eltern bringt diese dazu, ihre Kinder selbst in Arbeit zu schicken.

Wo sind Kinder weltweit davon bedroht?

Wo ist Kinderarbeit weltweit zu finden? Oder wie sieht es mit einer Kinderarbeit Statistik aus? Weltweit – so besagt die Statistik – arbeiten derzeit circa 264 Millionen Kinder. Die Hälfte davon arbeitet unter ausbeuterischen Bedingungen. Hättest Du das geglaubt?

Die Internationale Arbeitsorganisation “Ilo” hat untersucht, dass es 264 Millionen Arbeiter zwischen 5 und 17 Jahren gibt. 85 Millionen Kinder arbeiten unter gefährlichen Bedingungen. Viele davon verrichten gefährliche und unzumutbare Arbeiten.

Die schlimmsten Formen von Kinderarbeit

Beispiele für Kinderausbeutung weltweit sind Arbeit in Minen, Steinbrüchen, Plantagen für Tabak, Kaffee oder Kakao. Hättest Du Dir das in Deiner Kindheit vorstellen können? Oder gar folgendes? Extreme sind Sklaverei, Kinderhandel und Prostitution. Die meisten von den Kindern arbeiten in Asien. Der höchste Anstieg an arbeitenden Kindern erfolgte in den letzten Jahren jedoch in Sub Sahara Afrika.

Gab es früher auch schon so was?

Und wie sah es mit solchen Tätigkeiten früher aus? Diese prekäre Kinder Tätigkeit war in Europa früher verbreitet. Denkst Du auch an englische Bergwerke, wenn Du Kinderarbeit in Europa hörst. Kinderarbeit war in Europa sogar noch im 20. Jahrhundert weit verbreitet. Auch Deutschland machte leider keine Ausnahme. Gerne wurden Kinder in Heimbetrieben, in der Landwirtschaft und in der rasant aufstrebenden Industrie eingesetzt.

Oft mussten Kinder früher körperlich anstrengende Tätigkeiten verrichten. Für Schulbildung und Ausbildung blieb dabei keine Zeit. Auch Waisenkinder wurden für Kinderarbeit eingesetzt. Die frühe Pädagogik bezeichnete das Arbeitserziehung. Ein unglaublich zynischer Begriff. Findest Du nicht auch?

Bis in die 1930er Jahre setzte man auf deutschen Bauernhöfen auch sogenannte Schwabenkinder ein. Kinder nicht älter als 12 Jahre kamen aus Österreich, Graubünden oder Südtirol zum Arbeiten zu Fuß über die Alpen. Diese konnten daheim nicht mehr ernährt werden. Daher schickte man die Kinder nach Deutschland. Für Kinder aus dem Ausland bestand in Deutschland keine Schulpflicht. Jedoch auch keine Schutzgesetze. Daher wurden diese auf Kindermärkten an Bauern zur Arbeit vermietet. Vielleicht denkst Du nun auch an eine alte Form der Leiharbeit von Kindern?

Wo ist diese prekäre Tätigkeit heute am stärksten verbreitet?

Und wo gibt es Kinderarbeit heute? Vor allem in 6 Ländern ist Kinderarbeit weit verbreitet. Die folgenden Zahlen werden Dir erschreckend hoch vorkommen. Diese Länder lauten Indien, Bangladesch, Nepal, Indonesien, Philippinen und Myanmar. Die zahlen der Kinderarbeiter schwanken sehr stark.

Die indische Regierung spricht von 4,4 Millionen Kinderarbeitern. Nichtregierungsorganisationen sprechen in Indien von 60 Millionen Kindern. In Bangladesch arbeiten rund 3,5 Millionen der knapp 40 Millionen Kinder illegal. In Nepal sind es etwa 1,6 Millionen illegal arbeitende Kinder. Während in Indonesien rund 3,1 Millionen Kinder davon betroffen sind. Auf den Philippinen gibt es circa zwei Millionen Kinder, die der Ausbeutung zum Opfer fallen. In Myanmar sind es immerhin noch rund 1,5 Millionen Kinder, die arbeiten.

Wo werden Kinderarbeiter eingesetzt?

Welche Kinderarbeit Beispiele gibt es? Häufige Einsatzgebiete sind die Landwirtschaft, Güterproduktion in Werkstätten, Steinbrüche. Aber auch Bergwerke, Dienstmädchen, Straßenverkäufer und der Tourismus zählen dazu. Oftmals kommt es zu sexueller Ausbeutung und Zwangsprostitution. Ein verwerflicher Zustand, der nicht toleriert werden darf.

Kinderarbeit in Indien

Was ist Kinderarbeit in Indien? Für Indien schwanken die Zahlen sehr stark. Die Dunkelziffer bewegt sich zwischen 4,4 Millionen und 60 Millionen Kindern. Das Gefährdungspotenzial ist weitaus höher. 444 Millionen Kinder in Indien sind 17 Jahre oder jünger. 372 Millionen Kinder sind in Indien 14 Jahre oder jünger. Die Schätzungen laufen so weit auseinander, weil die Gesetze in Indien diesbezüglich sehr weich sind. Ab 15 Jahren ist sogar diese unmoralische Tätigkeit in Indien legal. Bei jüngeren Kindern ist sie lediglich strafbar, wenn sie auf einer Liste festgeschriebener gesundheitsgefährdender Arbeiten auftaucht.

Das Hauptproblem ist jedoch, dass viele Familien so arm sind, dass sie auf das Einkommen ihrer Nachkommen angewiesen sind. Diese arbeiten häufig in sehr gefährlichen Umfeldern. Beispiele hierfür sind die Arbeit in Minen, die Herstellung von Feuerwerkskörpern und die Produktion von Pflastersteinen. Kinderarbeit ist häufig auch in der Textilindustrie vorzufinden.

Kinderarbeit für Markenprodukte & Kinderarbeit Textilindustrie

Gibt es tatsächlich Kindersklaven in Indien? Kinderarbeit für Markenprodukte ist keine Seltenheit. Der SRF zeigte vor einigen Jahren einen Bericht mit verstörenden Aufnahmen aus indischen Näh-Ateliers.

Hier schuften Kindersklaven bis spät in die Nacht für die Gewinne und Kollektionen einiger internationaler Modeunternehmen. Der erschreckende Bericht erzählt detaillierter darüber. Um so wichtiger ist es, der Praxis entgegen zu wirken, indem man die Herstellungsprozesse der gekauften Textilien hinterfragt.

Bei Fairtrade Deutschland ist Kinderarbeit Textilindustrie nicht akzeptabel. Daher sind fair produzierte Textilien eine gute Alternative. Das Prinzip der Fairtrade Produktion duldet keine Kinderausbeutung. Daher kannst Du dir sicher sein, dass keine Kinder unter schlechtesten Bedingungen deine Stoffe produziert haben.

Kinderarbeit in Afrika

Du begehst Kinderarbeit auf den Plantagen. Dass Kinderarbeit in Afrika Kakaoplantagen betrifft, überrascht uns nicht. Und dass Kinderarbeit Kakao im allgemeinen ungenießbar macht, zumindest für unseren Geschmack, siehst Du hoffentlich auch so. Dabei zeigt die Kinderarbeit auf Kakaoplantagen die bittere Seite der Schokolade. Gerade bei den Hauptproduzenten-Ländern in Westafrika kommt es vermehrt zum Einsatz von Kindern auf der Plantage.

Schwerste körperliche Arbeit und der Einsatz ungesunder Pestizide nagen an der Gesundheit der Kinder. Kinder Maloche auf Kakaoplantagen muss nach unserer Meinung geahndet und stark bestraft werden. Schokolade und Kinderarbeit gehören nicht zu einander. Das Fairtrade Siegel duldet keine Kinder Maloche. Gerade eine Süßigkeit wie Schokolade, die in Deutschland so gerne von Kindern verzehrt wird, sollte unter keinen Umständen von Kindern produziert werden. Wir glauben, dass Du das genauso siehst. Und dass Konzerne wie Nestle Kinderarbeit bei Ihren Lieferanten nicht stark kontrollieren, verschärft die Debatte um diese ausbeuterische Praxis.

In welchen Ländern gibt es Kinderarbeit noch?

Neben den oben 6 erwähnten Ländern, wo diese prekäre Praxis weit verbreitet ist, möchten wir Euch hier noch auf diese in China und in Bangladesch hinweisen.

Made in China ist mittlerweile ein weitreichender Begriff. Ob dieser für Qualität steht, ist stets fraglich. Smartphones, Kleidung, Spielzeug und Weihnachtsdekoration werden im Land des Lächelns für den Westen zu Genüge hergestellt. Doch ob hier immer fair produziert wird, stellen wir einmal in Frage.

Denn China ist nicht nur für seine schlechten Arbeitsbedingungen bekannt, sondern Kinderarbeit in China ist immer noch stark verbreitet. 10 bis 12 Stunden Arbeit ist durchaus an der Tagesordnung und das ganze 7 Tage die Woche nichts ungewöhnliches. Häufig geht es ohne Schutzkleidung an Chemikalien und andere Gefahrenquellen.

Kinderarbeit in Bangladesch triffst Du auch besonders in der Textilindustrie. In Bangladesch muss jedes zehnte Kind arbeiten. Auch hier sind 10 Stunden Arbeitstage keine Seltenheit. Viele Kinder aus Bangladesch können nicht in die Schule gehen, da viele Familien unter dem Existenz-minimum leben und die Kinder ihre Familien finanziell unterstützen müssen. Fast jedes zehnte Kind von 40 Millionen Kindern geht in Bangladesch arbeiten, anstatt in die Schule. Fair produzierte Produkte wirken aktiv gegen Kinderarbeit. Denn ein fair gehandeltes Produkt wird gerecht produziert und zielt keine Ausbeutung der Ressourcen, um einen billigen Preis zu erreichen.

Kinderarbeit Fair Trade

Fair Trade setzt sich gegen diese ausbeuterische Praxis ein. Mit Fairtrade können wir aktiv dagegen vorgehen. Und so können wir die jüngsten und wehrlosesten unter uns schützen. Die besten Aktionen gegen Kinderarbeit sind Käufe von Fairtrade Produkten. Hier geht es zu unseren Fairtrade Nonfood Produkten und Fairtrade Lebensmitteln. Denn fair gehandelten Produkte bauen darauf auf, dass Kinder unsere Zukunft sind und deshalb in der Schule gehören.

 

* Preis wurde zuletzt am 21. April 2019 um 3:05 Uhr aktualisiert

* Preis wurde zuletzt am 21. April 2019 um 18:09 Uhr aktualisiert


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