veröffentlicht am 4. November 2018 in Fair Trade Blog von Christian

Wie die Geschichte des fairen Handels entstand!

Da Fairer Handel Geschichte schrieb, haben wir uns entschieden, einen Beitrag über die Geschichte des fairen Handels zu schreiben. Mithilfe des Beitrags erfährst Du, wie die Idee darüber entstand und wer auch den fairen Handel zu Beginn vorantrieb. Darüber hinaus erklären wir Dir ganz einfach, was ein Weltladen ist und wozu man dort einkaufen sollte.

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Die ersten Sozialbewegungen für einen fairen Handel (1945-1980)

Die erste fair trade Organisation auf der Welt, die so genannte “Ten Thousand Villages”, wurde 1946 von den Mennoniten und Brethren in Christ ins Leben gerufen. Im Jahr 1949 gründete daraufhin die Kirche “Church of Brethren” das Projekt SERRV International. Der faire Handel entstand also dank der Kirche, die die fair trade Organisationen zu Beginn finanziell unterstützte. Also man kann es behaupten, dass die Kirche eine enorme Rolle in der Geschichte des fairen Handels spielte.

Das Sortiment der fair gehandelten Produkte zu der Zeit setzte sich überwiegend aus Handwerksgütern zusammen. Obschon die ersten Willenszeichen diesbezüglich in den 60er Jahren da waren, blieb erstmals der faire Handel und seine Organisationstätigkeit im Bereich der Wohltätigkeitsprojekte und zeigte keine weitere Wirkung auf den Welthandel.

 

 Im Jahr 1959 entstand in den Niederlanden die Stiftung “Steun voor Onderontwikkelde Streken” (S.O.S., dt. „Unterstützung für unterentwickelte Regionen“), bezeichnet auch als erste Alternative Handelsorganisation in Holland.

 

Der erste europäische Weltladen eröffnete seine Türe in Holland im Jahr 1969. Der Weltladen bot fairtrade Artikel aus unterentwickelten Regionen. Die Entwicklung des Weltladens wurde von freiwilligen Mitarbeitern vorangetrieben. Der Erfolg des holländischen Weltladens war so enorm, dass bald neue fair trade Shop Modelle in den Nachbarländern mitunter Deutschland gegründet wurden. Wie bisher waren die meist fair gehandelten Artikel aus dem Bereich Handwerk.

Bauer bei der Arbeit auf dem Feld

Bauer bei der Arbeit auf dem Feld

Die ersten Weltläden! Handwerk- und Landwirtschaftliche Produkte (1980er Jahre)

Ab den 80er Jahren begannen faire Lebensmittel die fairtrade Handwerksartikel zu ergänzen, gar zu ersetzen. In das Sortiment der Weltläden kamen Produkte aus fairem Handel wie z.B. Kaffee, Tee, getrocknetes Obst, Kakao, Zucker, Fruchtsaft, Reis, Gewürze und Nüsse. Im Jahr 1986 betrug die Anzahl der Weltshops bzw. fair trade Shops in Deutschland ungefähr 400. Der Verein Dritte-Welt Partner Ravensburg entstand im Jahr 1988. Heute ist dieser in Deutschland der drittgrößte Importeur von fair gehandelten Marken. In den darauffolgenden Jahren 1989 und 1990 entstanden die International Federation for Alternative Trade kurz IFAT als Weltverband fair trade Importeurorganisationen und die European Fair Trade Association kurz EFTA.

Gemüsemarkt

Gemüsemarkt

Die Definition von Fairem Handel:

Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzenten und Arbeiter – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fairhandelsorganisationen (die von Verbrauchern unterstützt werden) sind aktiv damit beschäftigt, die Hersteller zu unterstützen, das Bewusstsein zu steigern und für Veränderungen bei den Regeln und dem Ausüben des konventionellen internationalen Handels zu kämpfen.

Die Etablierung des fairen Handels (1980-bis heute)

1988 wurde das erste Logozeichen “Max Havelaar” eingeführt. Das Zertifikat wurde für den Einstieg bei Kaufhäusern entwickelt, um einen klaren Hinweis auf fair trade Artikel bzw. fairem Kauf zu ermöglichen. In der ersten Hälfte der 90er Jahre entstand das so genannte Fairtrade-Siegel “Transfair”. Das Siegel setze sich in Deutschland, Österreich und Italien durch, während das Logozeichen “Max Havelaar” in den holländischen, belgischen, schweizerischen, dänischen und französischen Kaufhäusern zu finden war. Großbritannien und Irland benutzen Ihr “Fairtrade Mark” Zeichen für die fair trade Artikel in Großketten.  Ab 1992 rief man der Siegel “TransFair” als Träger des europäischen fairen Handels von der EFTA ins Leben. Im Jahr 1997 entstand die gemeinsame Siegeldachorganisation “Fairtrade Labelling Organisation International” kurz FLO mit Niederlassung in Bonn. 2002 einigten sich 17 nationale Siegelorganisationen auf ein gemeinsames Logo.

Auf politischer Ebene hat sich für den fairen Handel auch einiges zum Guten bewegt. Die EU Kommission und Weltbank haben in deren politischen Aussagen die Vorteile aus fair trade Produktion angesprochen. In den letzten Jahrzehnten stieg der Weltumsatz aus fair trade Artikeln und Dienstleistungen auf fast 700 Millionen Euro, was ungefähr eine 154%ige Erhöhung des Marktvolumens ausmacht. Die Tendenz zu Steigerung des Marktvolumens wird von einigen Wirtschaftsberatern auf 20% pro Jahr geschätzt.

Reisbauer im Reisfeld bei der Arbeit

Reisbauer im Reisfeld bei der Arbeit

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